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Rheda Stadt
Hausstätten- und Höfeliste
Literatur
Die Herrschaft Rheda vor 1800
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Landwirtschaftliche Adressbücher Westfalen
www.Zeitpunkt.NRW.de / Archiv der Lokalzeitungen NRW aus dem 18., 19. und 20. Jahrhundert
Geschichte
Rheda wurde frühestens im Jahre 1085, spätestens 1088 erstmals urkundlich erwähnt. Seit ihrer Ersterwähnung war die Burg bzw. das spätere Schloß Rheda 1170 bis 1807/1815 der Mittelpunkt der Herrschaft Rheda. Die Herrschaft geht auf das Freigericht Rheda mit Vogteirechten an den Klöstern Liesborn und Freckenhorst zurück, die um 1170 in den Händen des „Widechinus de Reden“ Widukind von Rheda lagen.
Widukind errichtete am Emsübergang zwischen Münster und Paderborn eine Wasserburg, das heutige Schloss Rheda. Nach dem Tod Widukinds auf dem Kreuzzug Kaiser Friedrich_I. (HRR), genannt Barbarossa, kam die Herrschaft nach 1190 an die Edelherren zu Lippe unter Bernhard II. zur Lippe. Bernhards Nachfolger Hermann II. baute die Burg Rheda zu einer der größten Burgen Norddeutschlands aus. Zugleich verlegte er den Sitz der Freiherren zur Lippe von Lippstadt nach Rheda.
Die Entwicklung der Stadt Rheda vom 11. bis zum 19. Jahrhundert Westfälischer Städteatlas, Band 1 1975)
Nach dem Tod Bernhard V. zur Lippe kam Rheda an Otto VI. von Tecklenburg unter die Herrschaft der Tecklenburger. (Siehe Grafenfolge, unten)
Im Jahr 1527 führte der letzte tecklenburgische Graf Konrad von Tecklenburg in der Herrschaft die Reformation ein. Sie blieb bis 1557 tecklenburgisch und kam 1557 als Erbe an die Grafen von Bentheim. 1565 gewannen die Grafen von Bentheim nach einem jahrelangen Grenzstreit mit dem Fürstbistum Osnabrück durch den Bielefelder Rezess auch die Herrschaft über Gütersloh. 1588 wurde von den Grafen von Bentheim in der Stadt Rheda das reformierte Bekenntnis eingeführt, Gütersloh blieb lutherisch, Clarholz und Herzebrock katholisch. 1606 fiel die Herrschaft an die Linie von Bentheim-Tecklenburg-Rheda.
Grafenfolge
- Widukind von Rheda (* vor 1154; † 26. November 1189/1191 vor Akkon) war ein Sohn der Lutrud von Schwalenberg, einer Tochter des Grafen Widekind I. von Schwalenberg. Als sein Vater wird der Vogt Everwin von Freckenhorst, urkundlich erwähnt zwischen 1142 und 1166, angenommen. 1189 schloss er sich zusammen mit mehreren westfälischen Edelherren dem Kreuzzug des Kaisers Friedrich Barbarossa an. Im Vorfeld stiftete er zusammen mit seiner Mutter Luttrudis seinen gesamten Besitz dem Kloster Marienfeld. Dies tat er, weil er keine Erben hatte und er im Fall seiner wohlbehaltenen Rückkehr aus dem Heiligen Land als Mönch in das Kloster eintreten wollte. Die Burg Rheda hatte er zuvor an Bernhard II. zur Lippe verkauft. Seine Grabstelle : Einer seiner Ritter brachte die sterblichen Überreste Widukinds zurück in das Kloster Marienfeld, wo sie unter einem Wandbogen im Kapitelhaus beigesetzt wurden. Bevor die alten Klostergebäude abgerissen wurden, verlegte man seine Grabplatte ins Fenster der südlichen Kapelle des Chorumgangs. Die Grabplatte aus dem 13. Jahrhundert zeigt den Ritter mit Kettenpanzer und Schild. Die Inschrift lautet „WEDEKIND NOBILIS DE RETHE FVNDATOR“ – „Wedekind – Edler von Rheda – Gründer“ (des Klosters).
- nach 1190–1196: Bernhard II. zur Lippe (* um 1140 evtl. auf dem Hermelinghof im heutigen Stadtgebiet von Lippstadt; † 1224 in Mesothen) war der Begründer der Landesherrschaft Lippe und der Planstädte Lippstadt und Lemgo. Er trat nach 1194 in das Zisterzienserkloster Marienfeld ein, wurde um 1210 Abt im Kloster Dünamünde und 1218 Bischof von Selonien mit Sitz in Sēlija (deutsch Selonien, lateinisch Selonia).
- Nach dem Tod Simon I. zur Lippe 1344 kam Rheda in der „Zweiten Lippischen Teilung“ an Bernhard V. zur Lippe (er erhielt das Gebiet um Rheda und Lippstadt und sein Bruder Otto bekam das Gebiet um Lemgo). Nach Bernhards söhnelosen Tod 1364 entstand eine Fehde zwischen dem eigentlichen Erben Simon III. zur Lippe (Neffe Bernhards) sowie Bernhards Schwiegersohn Otto VI. von Tecklenburg, der sich der Herrschaft bemächtigte. Die Fehde wurde erst 1491 durch Zahlung einer Geldsumme endgültig beigelegt, die Herrschaft Rheda blieb bereits unter Otto unter der Herrschaft der Tecklenburger.
- Liste der Grafen von Tecklenburg, die seit 1364 gleichzeitig Herren von Rheda waren.
Kartierung der Hauseigentümer nach dem Bürgerbuch von 1663 (nach Grimm, Kindler, Lewe)
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Unter Napoleon kamen die Herrschaft Rheda und die Grafschaft Limburg 1808 an das Großherzogtum Berg. Nach dem Zusammenbruch der napoleonischen Herrschaft wurde Graf Emil Friedrich I. nicht wieder in seine Rechte eingesetzt. Auf dem Wiener Kongress wurde die Herrschaft Rheda 1815 dem Königreich Preußen zugeschlagen und 1816 wurde sie in den Kreis Wiedenbrück der Provinz Westfalen eingegliedert. Das Haus Bentheim-Tecklenburg behielt auch nach der Aufhebung der Landeshoheit noch wichtige hoheitliche Funktionen und Rechte. Ihm unterstanden als Standesherr Gerichtsbarkeit, Polizei, Kirchen- und Schulaufsicht. 1817 wurde Graf Emil Friedrich I. in den erblichen Fürstenstand erhoben.
Die Stadt Rheda in den 1930er, Schrägluftbild Blickrichtung Nord
www.archive.nrw.de/ Luftbild Stadt Rheda 1930
Rheda war bis Ende 1969 eine selbstständige Stadt, die im Zuge der Kommunalreform am 1. Januar 1970 mit der Stadt Wiedenbrück und den Gemeinden Nordrheda-Ems, St. Vit, Batenhorst und Lintel zur neuen Stadt Rheda-Wiedenbrück zusammengeschlossen wurde.
Karten
Klassifikationsübersichtskarte der Katastergemeinde Rheda (mit den Untergemeinden Rheda Stadt und Nordrheda-Ems) / Preußische Ur-Kataster von 1822
Karten Katasterverband RB Minden : im Landesarchiv OWL Detmold
Urkataster-Karte Stadt Rheda 1822 (Nutzungskartierung), nachbearbeitet durch Heinrich Amtenbrink, Katasteramt Kreis Wiedenbrück 1927 bis 1975. Digitale Bearbeitung durch Michael Erichreineke 2018.
Klassifikationsübersichtskarte der Katastergemeinde Rheda (Flur 1, vormals A, der Untergemeinde Rheda Stadt) / Preußische Ur-Kataster von 1822, sowie eingezeichnete Änderungen bis 1862
Karten Katasterverband RB Minden : im Landesarchiv OWL Detmold
Urkataster-Karte Flur 1 Stadt Rheda 1822 (Nutzungskartierung), nachbearbeitet durch Heinrich Amtenbrink, Katasteramt Kreis Wiedenbrück 1927 bis 1975. Digitale Bearbeitung durch Michael Erichreineke 2025.
Rheda-Wiedenbrück im Kreis Gütersloh
Rheda Stadt als Stadtteil von Rheda-Wiedenbrück

















