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Wiedenbrück Nr. 6
heute : abgerissen, Parkplatz gegenüber Langenbrücker Torwall 2 an der Lange Straße Ecke Mühlenwall, 33378 Rheda-Wiedenbrück
Alte Stadtmühle
Fotos
Geschichte
- Älteste Mühle der Stadt Wiedenbrück
- Landesherrliche Langenbrücker Mühle
- Kleine Mühle, Mahlmühle, Wasser-Korn-Mahlmühle.
- 1. Bebauung: vor 1268, 1268 Wiederaufbau.
- 2. Bebauung: 1658, 1694 Renovierung, häufige Reparaturen, 1903 Abbruch.
- Hausmarke / Inschrift :
- Grundmauerstein: E(rnst) C(raß) (16)16
- Türriegel: stehendes Sechsspeichenrad „Anno 1694“
- Brücke:
- Grabsteine von innerkirchlichen Bestattungen als Brückeneinfassung
- u. a. mit Inschrift:
- Anno 1728. 17ma Augusti (ie) obiit in Domino adm(odum) r(everendus domi)nus Ernestus Henr(icus) Zurwesten, collegiatae huius ecclesiae vicarius, aetatis suae annorum (65 requiescat in pace).
- Übersetzung: (Ernst Heinrich Zurwesten, getauft 18. Mai 1664 zu Wiedenbrick, hier seit 1707 Stiftsvikar und Gymnasiallehrer, am 18. August 1728 in der Aegidienkirche beerdigt)
- vergl. Florenz Karl Joseph Harsewinkel, Ordo ac series clericorum Wiedenbrugensium (herausg. von Franz Flaskamp), Münster 1933, S. 88 f.
Quelle : ☛ [Heftreihe F. Flaskamp, Nr. 18 1935 "Hausinschriften, Hausmarken und Wappen der Stadt Wiedenbrück"]
Besitzerfolge
- 07.07,1268 Bischof Widekind von Osnabrück übergibt dem Drosten Wilhelm von Limberg diese Mühle als Reckenberger Burglehen mit dem Vorbehalt, diese durch Erstattung der auf den Wiederaufbau der Mühle verwendeten Kosten wieder einlösen zu können. (Die Mühle besteht also schon länger).
- 1275 Bischof Conrad von Osnabrück überträgt dem Kloster Marienfeld den Hof Osthaus, nachdem Wilhelm von Limberg das Stift durch Verzicht auf diese Mühle entschädigt hat.
- 1424 Das Domkapitel von Osnabrück bewilligt, dass der Wiedenbrücker Magistrat die Mühle instand setzen und bis zum Wiedererhalt der Baukosten nutzen darf.
- 1556 Bischof Johann verpachtet der Stadt beide Mühlen für 32 Malter Getreide
- 13.11.1631 Die Müller werden ausgetauscht, weil die Neue Mühle (Hs.Nr. 85) nicht so erfolgreich ist, wie die Kleine Mühle
- 20.06.1658 Stadt Wiedenbrück.
- Bürgermeister und Rat haben die Mühle von Grund auf neu aufbauen lassen.
- 1694 Große Reparatur.
- 1726 Die Müller Franz Schuhmacher (Hs.Nr. 28, 69, 74) für die Neue Mühle (Hs.Nr. 85) und Philipp Thorwellen (Hs.Nr. 43) für die Kleine Mühle wechseln sich jährlich ab
- 04.09.1736 Die alten Müller Franz Schuhmacher (Hs.Nr. 28, 69, 74) und Johann Heinrich Schlüter (Hs.Nr. 27) werden abgesetzt.
- An ihre Stelle treten Caspar Hermann Drüge (Hs.Nr. 10) aus Hilter und Heinrich Dirk Diekmann von der Büntemühle, Kirchspiel Borgholzhausen.
- 09.09.1748 Schlüter Johann Heinrich, Müller (Hs.Nr. 27) ist Pächter der Neuen (Hs.Nr. 85) und der Kleinen Mühle.
- 12.12.1748 Collenberg Johann Jacob, Kornbrenner (Hs.Nr. 10, 266) pachtet unter bestimmten Pachtbedingungen die Langenbrücker und die Neue Mühle (Hs.Nr. 85) als Meistbietender für 500 Rtl.
- 01.07.1753 Der Müller Johann Jacob Collenberg (Hs.Nr. 10, 266) soll das Wasser an der Mühle aus Sicherheitsgründen absenken. Die Dämme drohen sonst überschwemmt zu werden. Wenn er es nicht im Guten tut, werden die Schütten (Aufziehschleusen) gewaltsam gezogen.
- 15.01.1754 Rieke Johann Heinrich, Mühlenkonduktor (Hs.Nr. 10, 17) wird als Müller der Langenbrücker Mühle angenommen.
- 1792 Anlegung eines neuen Flutwerks aus Stein,
- 05.07.1809, Langenberger Bauern stürmen die Wiedenbrücker Mühlen, mahlen Korn ohne Zahlung der Mühlensteuer und vernichten das das Mühlenregister. Sie fordern die Abschaffung der neuen Steuern. Es folgt ein planloses Durcheinander, u. a. die Verwüstung der Wohnung des Steuereinnehmers und Plünderungen, bis ein französisches Kommando für Ordnung sorgen kann.
- 19.04.1859 Einrichtung einer Badeanstalt unterhalb der Mühle am Langenbrücker Tor, mit Verdingung, Lage und Badeordnung.
- 1903 Abbruch und Verkauf der Baustoffe.
- Die Stadt tritt ihre Rechte der Wasserstau an den Staat ab.
- 1938 Beim Abbruch der Emsbrücke am Rhedaer Tor wird ein Denkstein mit der Jahreszahl 1659 gefunden, der beim Brückenneubau 1840 am äußeren Pfeiler eingemauert wurde, Ebenso der Grundmauerstein des Ernst Craß von 1616, dessen Ursprung unbekannt ist.
Quelle : Stadt Rheda-Wiedenbrück, Archivarin Annette Roesler und Josef Temme
Karten
Preußisches Ur-Kataster Wiedenbrück 1822, Stadt Wiedenbrück Flur 1
Karte nach den Preußischen-Urkataster 1822, M. Erichreineke 2025
Karte TK 25 1837
Karte TK 25 1922
Karte TK 25 2001
Karte Google Maps 2025
Dokumente
1940 Rehage, Langenbrücker Torwall 4
Schrägluftbild 1990er, Blickrichtung Südost
Hansa Luftbild AG, Luftbildpläne 1951-1970 RW 0230, Nr. 15314 2.6.1965
Wiedenbrücker Häuser, Band 1, Josef Temme
bearbeitet durch Annette Roesler, Stadtarchiv Rheda-Wiedenbrück 2009
Verweise
TK25 Karten : 4115 Rheda Wiedenbrück
Auskünfte
Stadtarchiv Rheda Wiedenbrück
Heimatverein Wiedenbrück
Ausführliche Informationen : Wiedenbrück Nr. 6 / Archiv
Auskünfte erhalten Sie unter:
info@westfalenhoefe.de













