Inhaltsverzeichnis
zurück zu: [Wiedenbrück Stadt] | [Wiedenbrücker Hausstätten- und Höfeliste]
Wiedenbrück Nr. 16
heute : Lange Straße 7, 33378 Rheda-Wiedenbrück
Elberfeld
heute :
Fotos
Geschichte
- 1858 Dampfmühle, Haus Rüthschilling.
- 1. Bebauung: 04.05.1557, vor 1858 Abbruch.
- 2. Bebauung: 1858 als erste Dampfmühle in Wiedenbrück, 12.05.1914 Abbrand.
- 3. Bebauung: 1991 (zusammen mit der östlichen Hälfte des Hs.Nr. 12).
- Hausinschrift von 1557
- VERBUM DEI MANET IN AETERNUM PAX INTRANTIBUS, SALUS INHABITANTIBUS, 1557 4. MAIIL
Besitzerfolge
- 1557, 4. Mai Neubau.
- 1565 Naber (Nabuer), Cordt.
- 1576 Cordt Naber hat 3 Pferde, 4 Kühe, 2 Rinder, 1 Schwein.
- 1591 Die Witwe von Cordt Naber.
- 1598 Füchtei (Füchting, Fuchtey), Cordt, Handwerker (1594 aus Rietberg eingebürgert).
- 1604 Cord Füchtei hat 3 Kühe, 2 Schweine.
- 1628 Cordt Füchtei, Handwerker.
- 4. August 1633 Nach dem Tod des Cordt Füchtei wird ein schriftliches Verzeichnis über den Nachlass, d. h. sein Hausinventar, seine Finanzen, seine Ländereien und sein Vieh verfasst.
- 24. Mai 1637 Im Testament des in Lübeck kinderlos verstorbenen Johann Füchtei erhält seine Schwester Elisabeth, die Witwe von Heinrich Humann, 150 Rtl. von 3.000 Rtl. Rente. Die Kinder erhalten die Zinsen von je 2.000 Rtl. zugesprochen. Der Sohn Johann von 3.000 Rtl. und die Tochter Sabine von 4.000 Rtl. und einen Brautschatz, weil sie ihm gedient hatte. Sein Neffe Johann erhält 5.000 Rtl. und ein Haus in Lübeck und seine Nichte Regine erhält, wie auch Sabine, 1.000 Rtl. zum „Spielgeld“. Für das Armenhaus in Rietberg gab er 50 Rtl. aus 1.000 Rtl. Rente. Diese Zahlungen gehen bis in das Jahr 1923.
- 1640 Cordt Füchtei, jetzt Füchtei, Ernst, ab 06.09.1643 Mitglied des Krameramtes.
- 1643 Rüdingloh (Rodinglohe) Johann
- 24. Mai 1648 Johann Rüdingloh (Rodinglohe).
- 1649 Heinrich Thumann
- 1654 Heinrich Thumann hat 2 Kühe, 3 Rinder, 2 Schweine.
- 9. Januar 1656 Johann Rüdingloh
- 1683 Thumann Heinrich jun.
- 1688 Heinrich Thumann
- 1705 Heinrich Thumann
- 1707 Dotte Stephan
- 21. Juni 1712 Anna Margaretha Dönnewald muss bei ihrer dritten Ehe mit Stephan Krümpelmann mit dem Sohn Otto aus ihrer zweiter Ehe mit Stephan Dotte schichten und teilen.
- 1721 Anna Margaretha Dönnewald, die Witwe von Stephan Dotte und Ehefrau von Stephan Krümpelmann, klagt gegen die Vormünder ihres Sohnes Otto Dotte Johann Dotte (Hs.Nr. 349) und Hofherr Conrad Kreutzkamp (Hs.Nr. 51, 134).
- Am 30.10.1721 gibt der Vormund Johann Dotte etwa 250 Rtl., deren Zinsen er an Anna Margaretha Dönnewald zahlen muss. Otto Dotte erhält die volle Summe bei seiner Volljährigkeit.
- 10. Februar 1724 Der 75jährige Jobst Krümpelmann (Hs.Nr. 24) und der 68jährige Stephan Gröne (Hs.Nr. 18) bezeugen, dass Heinrich Thumann, Sohn von Heinrich Thumann jun. und seiner Ehefrau Anna Christina Kersting, als junger Geselle 1723 nach dem Tod seiner Eltern Wiedenbrück verlassen hat und über Amsterdam nach Ostindien gelangt ist. Am 09.06.1723 und 10.02.1724 wird über seine Abreise ein Zeugnis abgelegt. Er bleibt in Ostindien seit 16.06.1731 vermisst, hat aber vorher in Amsterdam am 10.02.1724 sein Testament gemacht. Er hat nur die Halbgeschwister Christoph Heinrich (Hs.Nr. 323), Peter, Elisabeth, die Ehefrau von Christoph Heithörster (Hs.Nr. 326), Anna Christina und Anna Elisabeth Thumann. Am 05.06.1731 wird das Testament eröffnet.
- 1. April 1727 Anna Margaretha Dönnewald, die Witwe von Heinrich Thumann, jetzt Ehefrau des Stephan Krümpelmann, vergleicht sich mit Gerd Johann Franke (Hs.Nr. 353) über ein Kapital von 33 ıtl., das den Kindern ihres verstorbenen Ehemannes Heinrich Thumann zugute kommen soll.
- 12. September 1727 Anna Margaretha Dönnewald, die Ehefrau von Stephan Krümpelmann, muss sich bei Schürmann, vertreten durch den Bürgermeister Johannes Schwenger (Hs.Nr. 381), wegen Ausbleibens vor Gericht entschuldigen.
- 29. Oktober 1727 Johann Christoph Kersting und seine Ehefrau Catharina Maria Holtkamp, die Witwe von Franz Mürmann (Hs.Nr. 261), beklagen sich, dass der Bäckeramtsgildemeister Ernst Surlage (Hs.Nr. 149) sie bedrängt habe, den Backofen visitieren zu lassen, worauf er den Landesherrn einschalten wollte. Dazu werden die Zeugen Wachtmeister Christian Mellage (Hs.Nr. 62), der Schreiner Jürgen David Staffeler (Hs.Nr. 259, 345), die Ackerknechte Balz Luesmeyer und Johann Luesmeyer und der Fußknecht Caspar Humbrock (Hs.Nr. 297.3) befragt. Anschließend werden die Gildemeister Ernst Surlage und Michael Wiesbrock (Hs.Nr. 324) befragt, außerdem Conrad Kalefeld (Hs.Nr. 42), Stephan Krümpelmann, Dietrich Wilhelm Alberti (Hs.Nr. 328), Anton Uhrmeister (Hs.Nr. 179), Johann Soester (Hs.Nr. 82, 84, 313), Johann Christoph Thumann (Hs.Nr. 104, 330), Johann Pötter (Hs.Nr. 247, 339, 372), Philipp Schade (Hs.Nr. 162, 285), Christoph Krümpelmann (Hs.Nr. 20) und Gerhard Kersting (Hs.Nr. 76).
- 1728 Stephan Krümpelmann zahlt für einen ganzen Kamp, 11 Kämpe, eine Ecke am Kamp, 3 Stück Landes, 6 Gärten, 1 Teil Wiese in den kurzen Teilen, 1 Teil Wiese am toten Mann, 1/2 Teil Wiese am Stapel außerhalb der Stadtmauer 13 ß. 6 1/2 d.
- 28. Januar 1728 Die Jungfer Anna Catharina Dotte (Hs.Nr. 73) ist verstorben. Ihre Erben sind Rotger Dotte (Hs.Nr. 268), Gertrud Büttgenbach, die Witwe von Johann Dotte (Hs.Nr. 73, 349, 384.2), Anna Maria Dotte, die Ehefrau des Heinrich Soester (Hs.Nr. 119), Otto Dotte (Hs.Nr. 27, 349), der Sohn von Stephan Dotte, mit seiner Mutter Anna Margaretha Dönnewald und die Lippstädter Verwandten David Staffeler, Bernd Horstmann und ? Schütte. Anna Margaretha Dönnewald, Rotger Dotte und ? Schütte aus Lippstadt bitten um die Abschrift des Testaments.
- 1728, 29. April Gertrud Büttgenbach, die Witwe von Johann Dotte (Hs.Nr. 73, 349, 384.2), Rotger Dotte (Hs.Nr. 268), Anna Margaretha Dönnewald, die Witwe von Stephan Dotte und Ehefrau von Stephan Krümpelmann und Anna Maria Dotte, die Ehefrau von Heinrich Soester (Hs.Nr. 119) als Erben Dotte und Johann Hermann Emsmann (Hs.Nr. 381.1, 384, 384.1, 384.2), der das Haus Hs.Nr. 384.2 zur Abrundung seines Areals erwerben möchte, einigen sich über den Verkauf des Hauses an Emsmann.
- 25. Mai 1728 Gertrud Büttgenbach, die Witwe von Johann Dotte (Hs.Nr. 73, 349, 384.2), Rotger Dotte (Hs.Nr. 268), Anna Margaretha Dönnewald, die Witwe von Stephan Dotte und Ehefrau von Stephan Krümpelmann und Anna Maria Dotte, die Ehefrau von Heinrich Soester (Hs.Nr. 119) als Erben Dotte haben gehört, dass Conrad Kersting (Hs.Nr. 381.2, 382, 383, 383.1) vom verstorbenen Johann Dotte das Haus Hs.Nr. 384.2 gekauft haben soll und fordern ihn auf, den Kaufbrief zu zeigen. Am 15.06.1728 erhält er auf Anfrage von Anna Margaretha Dönnewald, der Witwe von Stephan Dotte und Ehefrau von Stephan Krümpelmann, eine Frist von 8 Tagen.
- 21. Februar 1729 Gertrud Büttgenbach, die Witwe von Johann Dotte (Hs.Nr. 73, 349), mit ihrem Vormund, dem Hofherrn Berndt Kersting, vergleichen sich mit Lohnherr Conrad Kreutzkamp (Hs.Nr. 51, 134) als Vormund des Sohnes Otto von Stephan Dotte und dessen Mutter, Anna Margaretha Dönnewald, indem Gertrud Büttgenbach, die Witwe von Johann Dotte, das Haus mit Inventar für 650 Rtl. an den Vormund des Otto Dotte, Conrad Kreutzkamp, verkauft und bis Ostern auszieht.
- 23. März 1729Anna Margaretha Dönnewald, die Witwe von Stephan Dotte und Ehefrau von Stephan Krümpelmann, wird bei Strafe angedroht, von der doppelten Bezahlung des gekauften Hauses Hs.Nr. 384.2 nichts an Gertrud Büttgenbach, die Witwe von Johann Dotte, oder andere zu bezahlen.
- 9. März 1730 Bei der Erbteilung des Nachlasses des verstorbenen Johannes Dotte (Hs.Nr. 73) erscheinen Otto Dotte mit seinen Vormündern und dessen Mutter Anna Margaretha Dönnewald, die Ehefrau von Stephan Krümpelmann, sowie Gertrud Büttgenbach, die Witwe von Johann Dotte, mit ihrem Sohn. Diese muss das Haus Hs.Nr. 384.2 am 17.03.1730 bis anstehenden Maitag räumen und beeiden, dass Christian Thumann und seine Ehefrau Sophia Kreutzkamp stündlich einziehen können.
- 10. Oktober 1730 Gertrud Büttgenbach, die Witwe von Johann Dotte (Hs.Nr. 73, 349, 384.2), bittet darum, dass Anna Margaretha Dönnewald, die Witwe von Stephan Krümpelmann, die Lasten aus dem an sie verkauften Hause tragen möchte damit sie, Gertrud Büttgenbach, mit ihren Gläubigern zurecht komme, sie ihr Haus renovieren könne und nicht „unter blawen Himmel zu wohnen“ brauche.
- 20. Mai 1731 Stephan Krümpelmann und seine Ehefrau Anna Margaretha Dönnewald verkaufen an Johann Hermann Heitersbach jun, gegen eine jährliche Rente und die Verpfändung eines Stückes Land hinter der Burg das Haus Hs.Nr. 84 und bitten um Steuerbefreiung.
- 7. Dezember 1734 Die Bäckeramtsgildemeister Stephan Krümpelmann und Heinrich Hölscher (Hs.Nr. 58) setzen die Wroge fest.
- 12. Juni 1736 Die Erben der Maria Elisabeth Hornawer, der Witwe von Rotger Dotte, werden befragt, ob der verstorbene Johann Dotte völlige Macht über das Erbe hatte, somit auch das Haus Hs.Nr. 384.2 für 50 Rtl. verkaufen durfte. Anna Maria Dotte, die Witwe von Heinrich Soester (Hs.Nr. 19), bestätigt das Recht. Ebenso Anna Margaretha Dönnewald, die Witwe von Stephan Dotte und Ehefrau von Stephan Krümpelmann und Margareta Dotte,
- 4. August 1751 Hofherr Stephan Krümpelmann wird auf 15 Mark Brüchten bestraft, weil er das Pferd des Otto Dotte (Hs.Nr. 349) nicht zurückgebracht hat.
- 20. Juli 1756 Dönnewald, Anna Margaretha, die Witwe von Stephan Krümpelmann, verkauft das Haus an Heitersbach Johann Hermann jun., Goldschmied, 1732 Mitglied des Krameramts, 1741 Ratsherr.
- 1757 Anna Margaretha Dönnewald, die Witwe von Stephan Krümpelmann, fordert für die Einquartierung der österreichisch-französischen Armee von April bis Juni 64 rtl. 20 mg.
- 1770 Stoß Franz Heinrich, substituierter Nachrichter (am 08.11.1776 aus Rietberg mit den Kindern Anna Maria Elisabeth, Anna Christina, Gerd Heinrich und Maria Agnes eingebürgert, siehe Hs.Nr. 19).
- 1772 Franz Heinrich Stoß, substituierter Nachrichter mit seiner Ehefrau und 2 Töchtern.
- 10. November 1773 Bürgermeister Johann Georg Schwenger (Hs.Nr. 288.1, 381, 382) erklärt, dass Franz Heinrich Stoß kein Nachrichter, folglich kein landesherrlicher Beamter sei. Er habe sich als Chirurg niedergelassen und müsse Steuern zahlen.
- 25. Oktober 1775 Franz Heinrich Stoß muss die zu Worthalter Johann Heinrich Suers Behausung (Hs.Nr. 14) liegende Mistgrube innerhalb von 14 Tagen neu abschalen lassen,
- 1799/1805 Der Scharfrichter Wilhelm Becker leiht sich am 31.07.1799 beim Chirurgen Johann Heinrich Döring (Hs.Nr. 285) 100 Rtl. am 28.10.1801 beim Kapitel zu Wiedenbrück 150 Rtl. und am 26.10.1805 beim Hofrat Moritz Casimir Wenneber aus Rheda 50 Rtl.
- Am 31.07.1803 leiht sich die Stadt Wiedenbrück bei der Döringschen Vormundschaft 1.000 Rtl. zu 3% Zinsen, um die Schulden bei Nachrichter (Scharfrichter) Wilhelm Becker zu begleichen.
- 1780 Becker, Wilhelm, Scharfrichter.
- 1. August 1802 Die Beamten des Amtes Reckenberg haben am 19.08.1802 Bedenken, die durch den Tod des Chirurgen Johann Heinrich Döring (Hs.Nr. 285) vakant gewordene Stelle des Amtschirurgen mit dem Chirurgen Franz Heinrich Stoß zu besetzen. Sie halten am 09.08.1802 den Chirurgen Strewe für nicht geeignet. Er ist wohl ein Bruder des späteren Kreischirurgen Christian Bernard Strewe (Hs.Nr. 250), der ein angesehener Bürger war, im Gegensatz zu seinem Bruder, der als „Leichtfuß‘“ bezeichnet wird, mehrfach, u. a. beim Vertrauten Gerichtsschreiber Florenz Brüning (Hs.Nr. 251) Geld gestohlen hat, 1.000 Rtl. Schulden hat und als „dreulos‘“ bezeichnet wird.
- 1810 Elberfeld Gertrud, die Witwe von Wilhelm Becker.
- 1816/17 Gertrud Elberfeld, die Witwe von Wilhelm Becker
- 22. Mai 1823 Becker Franz Wilhelm
- kaufen das Haus für 440 Rtl
- um 1855 Horstkemper Anna Maria, die Witwe von Franz Wilhelm Becker.
- vor 1857 Anna Maria Horstkemper, die Witwe von Schneider Franz Stoß.
- 18. März 1857 Druffel Johann Peter, Kaufmann (siehe Hs.Nr. 5, 11, 12, 13, 13/15, 14, 15, 24, 98, 192.1, 339, 339.183).
- 1858 Johann Peter Druffel lässt die Mühle durch Firma Georg Eustermann (Hs.Nr. 126, 136, 158, 168, 264, 268) zur ersten Dampfmühle in Wiedenbrück umbauen.
- 1859 Kohaus, Klara, die Witwe von Peter Druffel (siehe Hs.Nr. 5, 11, 12, 13/15, 14, 16, 192.1).
- 1874 Rüthschilling, Johann Heinrich, Müller.
- 1904 Venker, Theresia, die Witwe von Johann Heinrich Rüthschilling und ihre Kinder,
- 1913 Rüthschilling, Johann, Bauunternehmer.
- 12. Mai 1914 Abbrand des Hauses.
- 18. März 1991 Wiederaufbau (zusammen mit der östlichen Hälfte des Hs.Nr. 12).
Quelle : Stadt Rheda-Wiedenbrück, Archivarin Annette Roesler und Josef Temme
Karten
Preußisches Ur-Kataster Wiedenbrück 1822, Stadt Wiedenbrück Flur 1
Karte nach den Preußischen-Urkataster 1822, M. Erichreineke 2025
Karte TK 25 1837
Karte TK 25 1922
Karte TK 25 2001
Karte Google Maps 2025
Dokumente
1940 Frerich Lange Straße 5
Schrägluftbild 1990er, Blickrichtung Südost
Hansa Luftbild AG, Luftbildpläne 1951-1970 RW 0230, Nr. 15314 2.6.1965
Wiedenbrücker Häuser, Band 1, Josef Temme
bearbeitet durch Annette Roesler, Stadtarchiv Rheda-Wiedenbrück 2009
Verweise
TK25 Karten : 4115 Rheda Wiedenbrück
Auskünfte
Stadtarchiv Rheda Wiedenbrück
Heimatverein Wiedenbrück
Ausführliche Informationen : Wiedenbrück Nr. 16 / Archiv
Auskünfte erhalten Sie unter:
info@westfalenhoefe.de













