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www.Ratskeller-Wiedenbrueck.de
Wiedenbrück Nr. 55
heute : Lange Straße 40 und Markt 11, 33378 Rheda-Wiedenbrück
Heising
Hotel und Gaststätte "Ratskeller"
heute :
Fotos
Fachwerk-Gebäude um 1900, Marktseite Blickrichtung Nordwest
und um 1930, Marktseite Blickrichtung Südwest
Luftbild 1980er, Lange Straße Blickrichtung Südost
Lange Straße mit Haupttor, Ostseite 2020
und um 2020, Marktseite Blickrichtung Nordwest
Geschichte
Der Ratskeller Wiedenbrück wurde vermutlich im Jahr 1560 als Gasthaus erbaut. Das stattliche Gebäude besticht durch seine ausdrucksstarken Schnitzereien und Sinnsprüche und zählt zu den schönsten Fachwerkhäusern der Stadt. Es liegt in der historischen Kulisse des Marktes, im Schatten alter Kastanien und der St.-Aegidius-Kirche. Im Jahr 1854 ist das Anwesen Nr. 55 durch Heirat in den Besitz der Familie Surmann gekommen, die dort mittlerweile in der fünften Generation das Restaurant und ein Hotel betreibt. Im Jahre 1902 kam dann auch das Haus Nr. 53 durch Kauf an die Familie Surmann und wurde mit in den Ratskeller integriert.
- Zeitgenössische Bezeichnung :
- Romantik Hotel „Ratskeller“
- Hausdaten :
- 1. Bebauung: 1560 (Lange Straße), 1560 (Markt),
- 1910 Anbau Marktseite unter Verwendung von Bauteilen aus 1628.
- 1895 (Hs.Nr. 57), 1902 (Hs.Nr. 53) und 1965 (Hs.Nr. 388) Erweiterungen.
- 1970, August Abbruch eines Teils zur Langen Straße.
- 2. Bebauung: August 1970 Neubau der Fassade zur Langen Straße
- das Bauholz stammt zum größten Teil von auswärts, ein Teil aus Hs.Nr. 255.
- Hausmarke / Inschrift :
- Tragbalken Marktseite :
- WE DE GI FRO VPSTAT VND ILNS TOM SECHE GAT SVPT JVV VVL LEVET HVANFROVDN ALS WEK GI DVL VORSVMET JVER SALICHEIT VN VORGETTET DER BARMHERTICEIT DARVM WIL IC JVV MIT ANGST BEVANGN DE HELLE HEPFT NA JVV VORLANGN ESA: 5 vs 1560
- mit ( Drolerien).
- Tragbalken :
- Tragbalken Lange Straße :
- NI DEVS AEDIFICET FRVSTRA DOMVS ILLA PARATVR QVAM VOLET HVMANVS CONSTITVISSE LABOR
- NI DEVS CVSTODIAT RVSTRA CVSTODE TVENTVR QVI SERVANT VIGILES MOENIA CELSA VIRI
- (aus Hs.Nr. 255).
- Torbogen Giebel Lange Straße (1970 abgebrochen) :
- WE GODT VOR OGEN HATH SIN SABE ALLE TIDT IN ER STET
- Torbogen Lange Straße :
- IM NAHMEN DER HEILIGSTEN DREIFALTIGKEIT DIEDERICH BLOMEKEN
- VND MARGRETA TOTTIG EHELEVTE HABEN DIES HAVS BAWEN LASSEN
- LAVS HONOR VIRTVS BENEDICTIO ET FORTITVDO SINT DEO NOBIS PROPITIO
- ANNO 1678……………++++…………….DEN 3 AVGUSTI
Besitzerfolge
- 1560 Dieses Haus wurde nach Hausinschrift erbaut
- vermutlich von Primher, Johann,
- der vor 1553 zusammen mit seiner Ehefrau Gertrud in den Bürgerlisten nachgewiesen wird.
- 1565 Johann Primherr.
- 1578, 26. August Else Primherr, die Alte, wird nach peinlicher Gerichtsordnung Kaiser Karls V. von 1532 verhört.
- In ihrem Geständnis hat sie in verschiedenen Häusern (Hs.Nr. 80, 153, 218, 316, 317, 342, 350, 351, 362) ihr Unwesen getrieben.
- Am 03.09.1578 wird sie als Hexe verbrannt.
- 1604 Johann Primherr und sein Sohn Primherr Johann.
- Sie haben 1 Kuh und 1 Rind.
- 1609 Johann Primherr.
- 1628 Schellermann Johann, ab 1588 Mitglied des Krameramtes und seine Ehefrau.
- 1649, 20. April Primherr Elisabeth, die Witwe von Johann Schellermann und deren Kinder
- 1678 Schmidt Otto, 1697 Ratsherr bzw. Hofherr des Rinderpförtner Hofes, 1682/1712 Stadtsekretärt 1702 und 1710 Bürgermeister, ab 1668 Gymnasiallehrer und Notar, ab 24.06.1680 Mitglied des Krameramtes und seine Ehefrau.
- 1712 Schmidt, Otto, dessen Erben.
- 1720/24 Uhrmeister Anna Margaretha, die Witwe von Andreas Kreutzkamp aus dem Hause des verstorbenen Otto Schmidt (s. Hs.Nr. 272, 273, 290).
- 1728 Otto Schmidt, dessen Erben,
- jetzt: Rüschoff Johann Jodokus zu Geseke und seine Ehefrau).
- 1732/63 Thumann Johann Heinrich, Hofherr (am 22.05.1731 aus Harsewinkel eingebürgert) und seine Ehefrau (s. Hs.Nr. 26, 47).
- 1762, 26. Juni Als der Bürgermeister die Pferdebesitzer gebeten hat, Roggen von Osnabrück zu holen, sagt Johann Heinrich Thumann, dass er kein Futter für die Pferde habe und diese somit nicht nach Osnabrück schicken könne.
- 1763, 28. Juli Hofherr Johann Heinrich Thumann ist Nachbar zu Peter Berckemeyers Speicher hinterm Rathaus (Hs.Nr. 53) und klagt, dass Peter Berckemeyer eine hölzerne Rinne zwischen den beiden Häusern weggenommen hat. Berckemeyer muss den alten Zustand wieder herstellen.
- 1764, 4. September Testamentseröffnung des am 16.08.1764 von Hofherr Johann Heinrich Thumann verfassten und im Rathaus verwahrten Testaments. Am 25.08.1764 haben die Witwe Gertrud Elisabeth Schmidt und ihr Sohn Carl Bernard Thyes den Tod und das Begräbnis am 23.08.1764 mitgeteilt und bitten um Testamentseröffnung.
- 1766 Schmidt, Maria Catharina (s. Hs.Nr. 47, 290).
- 1777 Thyes Carl Bernard, Kaufmann, 1749 bis 18.01.1762 großer Templierer, 1772 Hofherr, 1773 Lohnherr und seine zweite Ehefrau (s. Hs.Nr. 26, 47, 290).
- 1785, 17. Mai Im Teilungsrezess bzw. Testament schreibt Carl Bernard Thyes zu diesem Haus: „3tens ein Haus hinter dem Rathhause, so seiten vielen Jahren als eine Scheune gebrauchet, wird ausgestellet und kann gelegentlich verkauft werden und soll das dafür eingehende pretium unter Vater (Carl Thyes) und Kindern verteilet werden.
- 1816/17 Thumann Theodor, Schenkwirt und seine Ehefrau.
- 1820 Heising Wilhelm, Bäcker kauft das Haus für 550 rtl.
- Er wohnt 1816/17 im Rathaus als Schenkwirt (Hs.Nr. 386).
- 1825 Heising Georg und seine Ehefrau.
- 1847 Feldhaus, Maria Anna, Witwe von Georg Heising.
- 1854 Surmann Johann Christoph, Gastwirt (* in Batenhorst) und seine erste Ehefrau.
- 1859 Johann Christoph Surmann, Gastwirt und seine zweite Ehefrau.
- 1863 Johann Christoph Surmann, Gastwirt und seine dritte Ehefrau Maria Elisabeth Vorbohle.
- 1868 Vorbohle Maria Elisabeth, die Witwe von Johann Christoph Surmann und ihr Sohn Heinrich.
- 1895 Erweiterung durch Hs.Nr. 57 und Errichtung eines Lagerhauses.
- 1902 Kauf des Hauses Hs.Nr. 53 aus dem Jahre 1628.
- 1903 Surmann Heinrich, Kaufmann.
- Er ist 1895/1907 und 1911/20 Vorsitzender des Vorstandes und 1907/11 Vorsitzender des Aufsichtsrates der Spar- und Darlehenskasse Wiedenbrück.
- Der Kiepenkerl Fritz Leber wohnt 1907 in diesem Haus.
- 1910 Abriss des Anbaus Hs.Nr. 53 und Neubau des Seitenflügels für Gasträume unter Verwendung von Bauteilen von 1628 (Marktseite).
- 1922 Surmann Bernhard, Kaufmann und seine Ehefrau.
- 1950 Renovierung.
- 1960, 10./11. Dezember 400-Jahr-Feier des Hauses und über 100 Jahre im Besitz der Familie Surmann.
- 1961 Surmann J., Kaufmann und seine Ehefrau.
- 1970, Aug. Renovierung des Giebels und der Frontseite zur Lange Straße hin.
- 1983 Erneuerung der Inschriften mit Blattgold.
- 1986/87 Erweiterung und Umbau.
- 1990 Restaurierung des Marktgiebels.
- 1996 Aufstellung eines Herolds aus Sandstein vor dem Ratskeller, der vorher an der „Burg“, der Villa des Landrats Ernst Osterrath gestanden hat.
- 2000, September Erneuerung der historischen Fassade durch Firma Brentrup.
- 2001, 1. Januar Surmann P. übernimmt den Ratskeller in der fünften Generation.
Quelle : Stadt Rheda-Wiedenbrück, Archivarin Annette Roesler und Josef Temme
Karten
Preußisches Ur-Kataster Wiedenbrück 1822, Stadt Wiedenbrück Flur 1
Karte nach den Preußischen-Urkataster 1822, M. Erichreineke 2025
Karte TK 25 1837
Karte TK 25 1922
Karte TK 25 2001
Karte Google Maps 2025
Dokumente
1940 Dreier, Lange Straße 40 und Markt 11
Schrägluftbild 2020er, Blickrichtung Nordost
Hansa Luftbild AG, Luftbildpläne 1951-1970 RW 0230, Nr. 15314 2.6.1965
Wiedenbrücker Häuser, Band 1, Josef Temme
bearbeitet durch Annette Roesler, Stadtarchiv Rheda-Wiedenbrück 2009
Verweise
www.Ratskeller-Wiedenbrueck.de
TK25 Karten : 4115 Rheda Wiedenbrück
www.wikipedia.de / Liste der Baudenkmäler
☛ [Heftreihe F. Flaskamp, Nr. 18 1935 "Hausinschriften, Hausmarken und Wappen der Stadt Wiedenbrück"]
Auskünfte
Stadtarchiv Rheda Wiedenbrück
Heimatverein Wiedenbrück
Ausführliche Informationen : Wiedenbrück Nr. 55 / Archiv
Auskünfte erhalten Sie unter:
info@westfalenhoefe.de




















