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Wiedenbrück Nr. 64
heute : Lange Straße 43, 33378 Rheda-Wiedenbrück
Schmidt
heute :
Fotos
Gebäude um 1975, Ostseite
Vor dem Abriss des Gebäudes, Luftbild 1980 Blickrichtung West
Neues Wohn- und Geschäftshaus 1984, Blickrichtung Norwest
Geschichte
- Zeitgenössische Bezeichnung :
- Haus Lankow
- Hausdaten :
- 1. Bebauung : 1645 nachgewiesen, vor 1771 Abbruch.
- 2. Bebauung : 1771, 01.04.1980 Abbruch.
- 3. Bebauung : 1980.
- Hausmarke / Inschrift :
- Hausinschrift :
- GOTT BEWAHRE DIESES HAUS UND SEGNE ALLES WAS GEHET EIN UND AUS, BEWAHRE UNS VOR KRIEG UND BRAND UND SEGNE UNSER VATERLAND. ANNO 1771. (bis 1980).
Besitzerfolge
- 1645 Mellies Joachim, Glockengießergeselle, 1647 als Protestant bekannt (1637 eingebürgert).
- Sein Enkel Gerd Mellies hat auf Grund des Berufes von Joachim Mellies die Glocke in seiner Hausmarke am Hs.Nr. 756
- 1649 Joachim Mellies, Glockengießergeselle und seine Ehefra.
- 1649, 10./20. März Im so genannten Wiedenbrücker Verhör verhört der Bielefelder Notar Johannes Lonicer im Amtshaus Reckenberg 17 ältere, offensichtlich protestantische Menschen, u. a., Joachim Mellies, die den 01.01.1624 noch erlebt haben über die konfessionellen Verhältnisse im Normaljahr ab 01.01.1624, um dem Inhalt des Berichtes von Albert Lucenius von 1625, der den Katholiken vorliegt, möglichst nahe zu kommen. Der Sekretär Assuerus Eggert berichtet dem Fürstbischof Franz Wilhelm von Wartenberg am 23.12.1648, 28.12.1648 und 20.03.1649 über lutherische Prediger und Personen, die dem Protestantismus zugetan sind. Joachim Mellies ist seit 11 Jahren in Wiedenbrück und hat 35 Jahre beim Glockengießer Hans Meyer als Knecht gearbeitet.
- 1655 Joachim Mellies und sein Sohn Wilhelm.
- 1656/59 Mellies Wilhelm, 1688 Feuerschauer und seine Ehefrau (s. Hs.Nr. 75, 83).
- 1661, 12. Juli Wilhelm Mellies und seine Ehefrau, die inzwischen in Hs.Nr. 83 wohnen, verkaufen dem Kapitel eine Rente von 1 rtl. 7 ß. aus 27 rtl.
- Sein unbebauter Hof zwischen Margaretha Schmidt, der Witwe von Cordt Schmidt oder Hölscher (Hs.Nr. 21, 22), Bernhard Berning (Hs.Nr. 24) und Bürgermeister Christoph Eusterbrock jun. (Hs.Nr. 331) dient als Sicherheit.
- 1662/70 Schacke Hermann, Hutmacher, 1679 Mitglied des Schneideramtes (am 14.11.1662 aus Lippstadt eingebürgert) und seine Ehefrau Anna Althoff (s. Hs.Nr. 276).
- 1663, 12. Januar Im Bericht des Dechanten Johannes Sprenger über Konfessionen wird Hermann Schacke als der Augustinischen Konfession zugehörig und seine Ehefrau als katholisch bezeichnet.
- 1670/81 Koch Eberwin, Goldschmied und seine Ehefrau (am 23.11.1655 mit zwei Töchtern aus Lippstadt eingebürgert) (s. Hs.Nr. 302, 374, 376).
- 1683/86 Tochter des Eberwin Koch. Sie „hat einen Soldaten“, d. h. sie ist mit ihm verheiratet.
- nur 1690 Becker Johann Philipp, Goldschmied (am 18.11.1687 aus Essen eingebürgert) und seine Ehefrau (am 06.06.1690 aus Lippstadt eingebürgert).
- 1713/15 Heitersbach Johann Hermann jun., Goldschmied, 1732 Mitglied des Krameramts, 1741 Ratsherr und seine Ehefrau (s. Hs.Nr. 16, 28, 82, 84).
- 1720 Niehaus Goesmann (Goswin), Lohgerber, später Fleischbeschauer und seine Ehefrau (am 13.12.1712 eingebürgert).
- 1720, 20. März Herr von Imbsen klagt, dass Johann Hermann Heitersbach ihm durch die Magd einen nicht unterschriebenen Zettel geschickt und darin beleidigt hätte. Heitersbach entgegnet, er halte Imbsen „für einen honetten Cavalier, wovon er nichts, als ehrliches, liebes und gutes zu sagen wüßte“. Heitersbach wird wegen des Missverständnisses auf 1/2 rtl bestraft, die er der Kirche spenden soll.
- 1724, 15. März Goesmann Niehaus liefert 5 Kuhfelle für die Feuerspritze mit 89 Pfund Gewicht und erhält dafür 27 rtl.
- 1725, 21. März Die Fleischbeschauer Goesmann Niehaus und Gerd Goldkuhle (Hs.Nr. 70) dürfen nur Fleisch besichtigen, wenn der Schlachter einen Schein über die bezahlte Accise vorweist.
- 1728 Goesmann Niehaus zahlt 7 1/2 d. für 1/2 Kamp und 1 Garten außerhalb der Stadtmauern.
- 1729 Krumpieper Maria Catharina, die Witwe von Goesmann Niehaus.
- 1729, 13. — 20. Dezember Der Meyer Brontrup aus St. Vit übernimmt den Rentenverkauf von 20 rtl. an das Antonius-Gasthaus (Hs.Nr. 175) und 10 rtl. zu 10 ß. 6 d. Pension an das Siechenhaus, die Catharina Krumpieper, die Witwe von Goesmann Niehaus, vorgelegt hat.
- 1730 Kamen Caspar, Tischler und seine zweite Ehefrau.
- 1732, 29. Januar Caspar Kamen klagt, dass ihm im Apostelregister aus Heinrich Kerstings Haus (Hs.Nr. 44) noch 1 1/2 rtl. zustehen.
- 1748, 30. März Krumpieper Maria Catharina, die Witwe von Caspar Kamen und ihre Tochter Elisabeth Niehaus verkaufen das Haus für 205 rtl. an Sandhoff, Ferdinand, Notar (s. Hs.Nr. 141).
- 1751, 16. August Nachdem Otto Dotte (Hs.Nr. 27, 349) im Neuen Tor inhaftiert ist, werden seine Ehefrau Maria Gertrud Heitersbach und andere Zeugen zu seinen Taten befragt. Er sei ständig betrunken, schlage seine Ehefrau z. T. blutig, auch im Kindbett, lasse sein Kind nicht taufen, hole seine nach Rietberg geflüchtete Ehefrau unter Gewaltandrohung zurück, prügele sich mit seiner Ehefrau und anderen Personen, zerstöre Inneneinrichtungen und entblöße sich auf offener Straße.
- 1754, 9. November Maria Agnes Suer, der Witwe von Conrad Kreutzkamp, jetzt Ehefrau von Ferdinand Sandhoff, werden 3 Stück Vieh gepfändet. Sie erbringen 28 rtl., die der Hofherr Uhrmeister erhält.
- 1755 Ferdinand Sandhoff, Notar und seine erste Ehefrau Maria (s. Hs.Nr. 141).
- 1758, 27. Januar Christoph Hülsey (Hs.Nr. 97), der Kammerrat Johann Heinrich Mentze (Hs.Nr. 214.2) und Bäckeramtsmitglied Hermann Pagendarm (Hs.Nr. 150) versuchen, nach Bekanntwerden einer gewaltsamen Werbung zum Militär zu flichen und sind durch 2 Musketieren unter Leutnant von Plettenberg in das Haus der Catharina Maria Holtkamp, der Witwe von Franz Mürmann (Hs.Nr. 132, 197.1, 253.2, 261, 263, 265) als Kommando gebracht und gewaltsam zum Militärdienst aufgefordert worden, wobei sie mit Säbeln bedroht wurden. Als Zeugin sagt Maria Elisabeth Kleine, die Witwe von Laurenz Anton Hülsey (Hs.Nr. 50), aus. Johann Heinrich Reinartz (Hs.Nr. 102) bestätigt die Werbung seines Bruders Christoph, Caspar Helling (Hs.Nr. 337) und Christoph Knöbel bezeugen die Werbung. Leutnant Plettenberg behauptet, dass diese Werbung auf Veranlassung des Drosten Johann Christoph Philipp Bernhard von Böselager geschehen sei.
- 1758, 8. Juni Christoph Knöbel wird befohlen, die Mistkuhle, die er kurz zuvor auf der Straße am Kirchhof gemacht hat, innerhalb von drei Tagen zuzufüllen.
- 1760, 8. Mai Knöbel Christoph ersteigert das Haus für 60 rtl.
- um 1763/77 Range, Johann Heinrich, Schneider, 1763/68 Gildemeister des Schneideramtes und seine Ehefrau mit 4 Töchtern.
- 1771 Abbruch und Neubau.
- um 1800 Schmidt, Bernard, Tagelöhner und seine Ehefrau.
- 1816/17 Schmidt Bernard, Tagelöhner und eine Ehefrau.
- 1837, 6. April Meineke Friedrich, Kantonbote und seine Ehefrau.
- 1904, 8. November Kuhlmann Heinrich, Anstreichermeister und seine Ehefrau.
- 1907, 5. März Scharte Johann Friedrich Wilhelm, Anstreichermeister in Friedrichsdorf.
- 1923 Elbracht Franz, Schlosser und seine Ehefrau.
- 1938 Lankow Wilhelm, Haussohn.
- 1963 Schink A., die Witwe des Anstreichermeisters T. Lankow.
- 1977 Lankow
- 1978 Drücker, Augenoptikermeister.
- Sein Vater, der Uhrmachermeister H. Drücker, eröffnete im Nebenhaus Hs.Nr. 66.1 am 01.10.1938 sein Geschäft.
- 1980, 1. April Das Haus wird abgerissen und durch einen Neubau ersetzt.
Quelle : Stadt Rheda-Wiedenbrück, Archivarin Annette Roesler und Josef Temme
Karten
Preußisches Ur-Kataster Wiedenbrück 1822, Stadt Wiedenbrück Flur 1
Karte nach den Preußischen-Urkataster 1822, M. Erichreineke 2025
Karte TK 25 1837
Karte TK 25 1922
Karte TK 25 2001
Karte Google Maps 2025
Dokumente
1940 Lankow, Lange Straße 43
Schrägluftbild 2020er, Blickrichtung Nordost
Hansa Luftbild AG, Luftbildpläne 1951-1970 RW 0230, Nr. 15314 2.6.1965
Wiedenbrücker Häuser, Band 1, Josef Temme
bearbeitet durch Annette Roesler, Stadtarchiv Rheda-Wiedenbrück 2009
Verweise
TK25 Karten : 4115 Rheda Wiedenbrück
Auskünfte
Stadtarchiv Rheda Wiedenbrück
Heimatverein Wiedenbrück
Ausführliche Informationen : Wiedenbrück Nr. 64 / Archiv
Auskünfte erhalten Sie unter:
info@westfalenhoefe.de
















