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Stukenbrock Nr. 132
heute: Mittweg 17, 33758 Schloß Holte-Stukenbrock
Fockel
Fotos
Bild: um 1930 [Quelle: privat, Kontakt: henrikf@westfalenhoefe.de]
Bild: 1989 [Quelle: privat, Kontakt: henrikf@westfalenhoefe.de]
Bild: 2019 [Quelle: privat, Kontakt: henrikf@westfalenhoefe.de]
Geschichte
- 1584 Fockell
- 1638 Hermann FOCKEL
- um 1670 Conrad FOCKEL und Elisabeth GAUKSTERDT
- 1692 Anna Maria FOCKEL und Valentin EIKENBUSCH
- 1878 Abbrand des Wohnhauses
Der Fockelhof (ein Halbmeier) gehört zu den Althöfen der Stukenbrocker Senne und ist zwischen 1279 und 1531 entstanden. Der Hofname Fockel wird zum ersten Mal 1584 dokumentiert. Ursprünglich handelte es sich um ein fürstbischöflich-paderbornisches Halbmeier-Colonat. Der Hof war dem Fürstbischof von Paderborn eigenbehörig und hatte diesem finanzielle Abgaben zu leisten sowie Spanndienste zu entrichten, das heißt auf dem Hof waren mindestens zwei Pferde zu halten. Statt der sonst üblichen Handdienste hatte der Fockelhof Wildfuhren an den Bischofssitz in Neuhaus zu liefern. 1638, noch während des Dreißigjährigen Krieges, wird Hermann Fockel urkundlich erwähnt. Er und seine Frau Clara sind die ersten bekannten Namensträger – und somit die Stammeltern unserer Familie. Danach ist sein Sohn Conrad Fockel mit seiner Frau Elisabeth Gauksterdt der Colon (= Bauer) des Hofes. Er lässt 1687 den Schafstall auf dem Hof erbauen und amtiert später für sechs Jahre als Stukenbrocker Vogt.
Conrad Fockel hinterlässt keine männlichen Nachkommen oder sie sterben früh, so dass seine Tochter Anna Maria Fockel um 1692 Valentin Eikenbusch heiratet. Er nimmt mit der Hochzeit den Hofnamen Fockel an. Im 18. Jahrhundert bewirtschaftet Valentins Sohn Gerhard Fockel mit seiner Frau Angela Maria Fockel, aus der Fockel-Mühle stammend, den Hof. Die Linie Fockel-Mühle bildet ab 1678 einen Seitenzweig der Familie. Aus der Ehe von Gerhard und Angela Maria Fockel gehen zehn Kinder hervor: der jüngste Sohn und Anerbe Ferdinand Fockel heiratet 1782 Catharina Maria Brink vom benachbarten Hof Brink. Acht Jahre später lässt das Ehepaar ein Heuerlingshaus (heutiger Standort Zoo Safaripark) errichten. Der Torbalken dieses Heuerlingshauses, das 1974 abgerissen wurde, ist noch erhalten:
- IM NAMEN DER ALLERHEILIGESTEN 3FALTIKEIT HABEN WIR GEBUET
- FERDINAND FOCKKEL UND TRINA MARIIA BRINCK ELEUTE
- ANNO 1790 DEN 22. JUNIUS. M. JOHAN JÜRGEN
Conrad, der jüngste Sohn Ferdinand Fockels, heiratet 1816 Elisabeth Kipshagen, die älteste Tochter des Hofes Kipshagen. Nach der Auflösung des Fürstbistums Paderborn und der Aufteilung der Stukenbrocker Gemeinheit wird Conrad Fockel der erste eigentliche Hofeigentümer. Conrad Fockel überträgt 1851, nachdem sein ältester Sohn nach Australien und später nach Amerika ausgewandert ist, die Besitzrechte des Hofes an seinen jüngsten Sohn Heinrich. Heinrich Fockel wirkt als Gutsbesitzer bis zu seinem Tod 1914. In diese Zeit fällen auch der Brand des Altwohnhauses auf dem Fockelhof von 1878. Noch im selben Jahr wird das Altwohnhaus wieder aufgebaut. Der Torbalkenspruch gibt ein beredtes Zeugnis wieder:
Das Altwohnhaus, ein für Westfalen typischer Vierständerbau, wurde an derselben Stelle wieder aufgebaut. Das neue Fachwerk stammte nach mündlicher Überlieferung aus Delbrück. Das Altwohnhaus wurde in den 1950er und in den 1990er Jahren modernisiert und renoviert.
Karten
Dokumente
Chronik ab 1584, Stammtafel/Stammliste ab 1638 (enthält auch Familien VOCKEL in Neuhaus und Paderborn) [Kontakt: henrikf@westfalenhoefe.de]
Hofdokumentation Rudolf GÜRTLER (1. Seite)
Verweise
Auskünfte
Auskünfte oder weitere ausführliche Unterlagen in digitaler Form zu einzelnen Höfen erhalten Sie unter:
henrikf@westfalenhoefe.de
oder im Heimathaus Schloß Holte-Stukenbrock.








